Even Miracles take a little time

Even Miracles take a little time

Warum schreibe ich darüber?
Ich habe für mich herausgefunden, dass es mir gut tut darüber zu sprechen statt es in mich hinein zu fressen. Ich möchte darüber berichten wie es weiter geht, meine Gefühle teilen. Und einfach dazu stehen, dass es eben nicht bei jedem nach Plan läuft, aber es immer einen Weg gibt, wenn man wirklich will und kämpft! Viele sagen, wie kannst du das veröffentlichen, das ist doch peinlich?! Nein das ist es nicht. Das ist das Leben. Und dieses ist bekanntlich kein Wunschkonzert! Und ich finde es durchaus hilfreicher über solche Schicksale zu berichten wie darüber mir die Lippen aufspritzen zu lassen :).

Eins steht für mich fest: Ich bin einer der mutigsten Menschen der Welt. Auch wenn es mir momentan vielleicht nicht so vorkommt. Ich habe mich dazu entschieden, einfach alles für meinen großen Traum zu tun. Mich voll und ganz auf etwas einzulassen, das so viel mit mir und meinem Körper macht. Ich werde Freudentränen weinen, hoffnungslose Stunden durchleben und wissen, dass das alles seinen Sinn hat. Jede Spritze, jeder Arztbesuch, jedes Telefonat und jede schlaflose Nacht bringt mich einen Schritt weiter zu meinem, unserem Ziel. Es wird nicht leicht, aber das weißt ich bereits. Und ich tue es trotzdem. Das ist Mut. Das bin Ich. Das bedeutet es eine Mama zu sein.
Egal was kommt, Ich bin nicht allein!

Unser Weg zum Wunder

Ich lernte meinen Mann 2020, relativ spät, mit 31 Jahren, kennen und lieben. Wir waren beide bereits schon einmal verheiratet und haben auch beide Kinder. Aber den Partner fürs Leben hatten wir beide noch nicht gefunden. Bis zum 15. Februar 2020. Wir sahen uns und waren uns sofort auf eine uns noch unbekannte Gefühlsart verbunden. Wir lernten uns kennen, päzogen ziemlich schnell zusammen, verlobten uns und heirateten an unserem Jahrestag ein Jahr später. Alles ist perfekt wir sind unbeschreiblich glücklich. Christian und auch Ich hatten ja bereits Kinder, also war für uns eigentlich klar, dass wir uns über dieses Thema keine Gedanken mehr machen müssen, denn so wie wir mit unsere Patchwork Familie leben, ist es genau das was wir immer wollten. Wir sind angekommen und haben die Liebe unseres Lebens gefunden.
Hätte ich damals um genau zu sein im Mai 2020 gewusst was und wie sich das alles entwickelt, hätte ich sicher eine „Umleitung“ in unserem Leben gefahren.

Ich verhütete damals mit der Spirale, diese hatte ich mir für 5 Jahre setzen lassen und wollte mich dann mit 35 Jahren sterilisieren.
Dann kam er der Tag, es war der 14. Mai 2020, ich war überfällig und hatte das Gefühl, irgendetwas stimmt nicht. Ich teilte meine Gefühle meinem Mann mit, nur war uns eigentlich klar, dass das ein Hormonproblem sein müsste, denn ich habe ja die Spirale. Leider war dies nicht so. Ich machte einen Termin beim Frauenarzt, dieser stellte eine Schwangerschaft fest. Meine Spirale ist in die Gebärmutter gerutscht und ja es ist passiert. Um es kurz zu fassen, die Spirale wurde unter einer örtlichen Betäubung entfernt und dabei ging dann auch leider das kleine Wunder ab.
Wie wir uns dabei fühlten? Naja es war so überraschend, dass ich persönlich nichts mit meinen Gefühlen anzufangen wusste und auch nicht wusste wie ich damit umgehen sollte.
Dennoch war er da der Gedanke, mit diesem Mann welcher mich jeden Tag bis ins unermessliche glücklich macht ein gemeinsames Kind zu haben. Wir sprachen darüber, machten uns unsere Gedanken und freundeten uns immer mehr mit dem Gedanken an uns gemeinsam auf die Kinderwunschreise zu begeben. Das war für mich ein riesiger Moment! Die Freude war immens. Ich meine: Bald würde ich wieder ein Baby haben! Wir verzichteten auf eine neue Spirale und starteten in den erste Übungszyklus im Juni 2020. Temperatur messen, Ovulationstest usw. Und da war er, der erste positive Ovulationstest, an meinem Geburtstag am 08. Juni 2020. Wir waren unheimlich glücklich. Alles lief nach Plan.

Und tatsächlich testete ich kurzer Hand später zum ersten Mal positiv. Oh man, ich hatte es geschafft! Die Freude war so groß. Und ich wünschte sehr, ich könnte an dieser Stelle was anderes schreiben. Aber unsere Reise war noch nicht vorbei. Ich erlitt eine sehr frühe Fehlgeburt und musste mich von unserem Wunder verabschieden.

Als nach weiteren Monaten immer noch keine Schwangerschaft eintrat, begab ich mich zu meinem Frauenarzt. Er beruhigte mich und sagte, dass ein Jahr Wartezeit ganz normal sei. Wie ich diesen Spruch hasste. Alle um mich herum wurden schwanger und dass innerhalb kürzester Zeit. Außerdem möchte man das auch nicht hören, wenn man den großen Wunsch hat, ein Kind zu bekommen. Jeder negative Test, egal in welchem Zeitraum, schmerzt. Des Weiteren empfahl er mir My NFP, einen Kalender zur natürlichen Familienplanung, basierend auf der symptothermalen Methode und Mönchspfeffer Kapseln. Meinem Mann wurden ebenso Nahrungsergänzende Kapseln verordnet.
Ich war hochmotiviert: jeden Morgen Temperatur messen, den Eisprung ermitteln, um den Zeitpunkt herum gezielt mehr Geschlechtsverkehr haben und schwanger werden. So leicht. So meine Fantasie. Ich weiß noch, wie ich dachte, „Sex nach Kalender, verrückt“, andere brauchen das bestimmt nicht. Ich lernte meinen Zyklus dadurch aber tatsächlich besser kennen. Ich merkte schnell, dass ich immer relativ späte Eisprünge hatte (wenn überhaupt, denn ich leide an einem PCO Syndrom) und das ich einen Zyklus von 29-60 Tagen habe. So konnten wir uns also dank der Methode besser auf den richtigen Zeitpunkt einstellen. Wir taten alles, alles was Freunde, unsere Ärztin und Google uns sagten. Es passierte nichts, jeden Monat war die Enttäuschung groß und es flossen viele Tränen. Mein Mann und ich haben uns aber dazu entschieden, nicht aufzugeben, es wird ein weiterer steiniger Weg auf dem Weg zu unserem Wunder, aber wir gehen ihn gemeinsam!

Im späten Sommer 2020 habe ich meinen Frauenarzt erneut aufgesucht. Er beharrte weiterhin darauf, dass alles ganz normal sei. Also die Zeit, die wir mit dem Kinderwunsch bisher verbrachten und auch, dass eine Fehlgeburt leider ganz normal sei. Ich wollte das aber nicht mehr. Ich war deprimiert und enttäuscht, wütend auf die ganze Welt. Ich sagte ihm also, dass es so nicht weiter geht. Wir starteten eine Hormonbehandlung unter Clomifen, auch diese war bis auf einmal nicht wirklich erfolgreich. Ja dieses Eine mal, ich war wieder schwanger, mit Zwillingen im September 2020. Es war ein sehr sehr früher Abgang, im US sah man noch nichts nur Anhand der Blutwerte wurde die Schwangerschaft festgestellt. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr und für mich stand fest, wir brauchen Hilfe und ich möchte eine Überweisung in die Kinderwunschklinik haben.

Mittlerweile ist es Ende Juli 2021. Aber wir haben Ihn, den langersehnten Termin in der Kinderwunsch Klinik. Wir entschieden uns für die Klinik in Wetzlar.

Die Wartezeit bis zu dem Termin hat mich fast wahnsinnig gemacht. Damals schon empfand ich das Geräusch meiner tickenden Uhr als quälend. Mein Mann munterte mich auf. Er unterstütze mich, wo er konnte und redete mir immer gut zu. Es war mein Fels in der Brandung. Bei unserem ersten Termin wurden uns sehr viele Fragen gestellt. Auf Basis der Antworten stellte die Ärztin einen Fahrplan auf. Das mochte ich gleich. Einen Plan, eine Liste, das hörte sich gut an. Bei mir sollte ein Hormonspiegel gemacht werden. Und ich sollte außerdem eine Hycosi durchgeführt bekommen. Dies ist eine Untersuchung der Eileiter wo evtl. Probleme an diesen festgestellt werden können.
Bei meinem Mann wurde ein Spermiogramm durchgeführt und Blut abgenommen.
Nach einigen Wochen und regelmäßigen Terminen in der Kinderwunschklinik standen die ersten Ergebnisse fest. Mein Mann war kerngesund, die Spermienqualität super. Bei mir sah es dagegen ganz anders aus. Ich war mal wieder am Boden zerstört. Ich leide an einer sogenannten Ehesterilität Tubenpathologie. Auf gut Deutsch, ist einer meiner beiden Eileiter verschlossen und kann das befruchtete Ei nicht in die Gebärmutter lassen. Der andere ist durchlässig, aber leider habe ich 80% meiner Eisprünge rechts, sprich die Chance natürlich schwanger zu werden ist sehr gering und würde Jahrelange Zeit und Geduld kosten und die habe ich definitiv nicht mehr.
Ich fragte mich wieso ich dann schon schwanger wurde, wie kam das zustande. Kurz erklärt kommt das Sperma zu der Eizelle, befruchtet sie. Der Körper stößt HCG aus, die Eizelle kann sich aber nicht weiterentwickeln da sie sich im verschlossenen Eileiter befindet. Fazit: Sie wird vom Körper abgestoßen.


Man hat uns aufgrund der abwesenheit unserer Ärztin empfohlen, noch einen Kontrollzyklus unter Clomifen zu machen, in dem uns genau gesagt wird, wann wir Geschlechtsverkehr haben sollten und wann ich den Eisprung mit Ovitrelle auslöse um eine Befruchtung zu erzielen. Ich musste zwei mal zum US und wie erwartet hatte ich einen super Follikel, er saß rechts, im verschlossenen Eileiter! Super wieder bin ich in Tränen ausgebrochen, saß weinend auf dem Stuhl. Ich will dieses Gefühl nicht mehr.
Der vertretende Arzt versuchte mir Hoffnung zu machen, indem er mir Geschichten erzählte, wo eine natürliche Schwangerschaft trotz verschlossener Eileiter nach einer Hycosi eintrat und empfohl mir den Eisprung am Abend auszulösen und GV zu haben. Wenn das aber nicht funktioniere, alsbald eine IVF durchführen zu lassen. Ich war am Boden zerstört. Wie konnte das sein, warum ich? Wir versuchten es natürlich und ich warte nun auf meine Periode.

Wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter. Und wir werden es schaffen. Ich bin froh meinen Mann zu haben, an jedem dunklen Tag ist er da, er stützt mich wie er nur kann.

Mittlerweile weiß ich, dass ich damit nicht allein bin. Eine von sieben Frauen ist ungewollt kinderlos. Ein grausames Schicksal.

Wir haben anfang September 2021 und ich warte immer noch, 14 Tage können so unendlich lange sein.

Ein weiterer Termin in der Kinderwunschklinik steht an. Neues Spermiogramm und Blutuntersuchungen um dann zu entscheiden ob für uns eine IVF oder ICSI in Frage kommt.
Es wird eine IVF, dass Spermiogramm ist weiterhin super und meine Eizellqualität ebenso. Unsere Ärztin sieht einer künstlichen Befruchtung sehr positiv entgegen, da es ja lediglich „nur“ an dem verschlossenen Eileiter liegt und mein Körper grundsätzlich weiß, was er zu tun hat, wenn ihm befruchtete Eizellen zugeführt werden.
Wir wurden über alles aufgeklärt, wie es abläuft, was wann und wie im Zyklus durchgeführt wird. Für uns war natürlich auch die große Frage, was ist, wenn es Zwillinge gibt? Denn das ist bei einer künstlichen Befruchtung nicht untypisch. Wir führten viele Gespräche darüber und ich fragte meinen Mann, was ist denn, wenn es wirklich zwei gibt? Er antwortete nur „dann haben wir eben zwei Kinder mehr“ 🙂 Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn er mich mit seiner tollen Art von Humor aufbaut. Für uns war direkt klar, Zwillinge ja Drillinge nein. So entschlossen wir, dass wir uns direkt zwei Eizellen einsetzen lassen.
Wir bekamen eine Kosten- und Behandlungsplan den ich direkt von der Krankenkasse unterschrieben lies und an die Kiwu zurückschickte. Wir sind beide bei der BARMER und bekommen so 50% der Kosten erstattet. In den nächsten Tagen bekomme ich alle Rezepte von der Klinik und kann diese besorgen.
Ich bin glücklich und erleichtert, es scheint endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Wir schöpfen Hoffnung, Hoffnung darin, dass unser Traum wahr wird eins oder sogar zwei Wunder in Canada groß werden zu sehen.
(Für die die es interessiert, hier unser Auswanderungsblog, einfach ein wenig runter scrollen):

Aber jetzt heißt es warten, warten darauf, dass in ca. 12 Tagen der Start der ersten IVF beginnt.


Ich kann Euch sagen, dass waren lange 14 Tage, aber wir haben es geschafft. Pünktlich kam Sie und ich glaube ich habe mich im letzten Jahr lange nicht so über meine Periode gefreut wie an diesem Tag.
Nun geht es los, vom 18.09. bis 21.09 soll ich mir abends je 150 i.E Ovaleap spritzen. Wir sind gespannt, bekomme ich Nebenwirkungen… klappt alles so wie wir uns das wünschen…hoffentlich lande ich nicht mit einer Überstimulation im KH…Wie Ihr seht der langersehnte Tag steht bevor aber die Fragen werden nicht weniger 🙂

Und los gehts, wir haben den 18.09.2021, 20 Uhr Abends. Man was bin ich aufgeregt.
Gaaaanz nebenbei muss ich auch nochmal erwähnen, dass ich einen wunderbaren Mann habe, der einfach alles mit mir Durchsteht!

Manch einer mag uns für verrückt halten. Andere für mutig. Ein Teil wird denken, wie unnötig das sei. Ganz viele wiederum werden sich mit uns freuen. Gibt es denn einen passenden Moment um ein Kind zu zeugen?! Es gibt kein Perfekt, irgendwas ist immer! Perfekt war noch nie ausschlaggebend für irgendwas. Perfekt gewinnt nichts. Perfekt macht nicht glücklich. Perfekt ist einfach nur ein Wort in unserer Zeit. Ausgelutscht und völlig überbewertet. „Trau dich“, sagte mein Herz. „Vertraue deinem Herz“, sagte meine Freundin und „Wir schaffen das“, sagte meine Ärztin.

Es war halb so wild, ich sage Euch, ein Vorteil hat der kleine „Speckbauch“, denn dann merkt Frau nicht mal den Einstich 🙂
So geht es nun weiter bis Dienstagabend. Am Mittwoch ist dann das erste Follikel TV um zu schauen, was sich entwickelt hat, oder was eben auch nicht. Dann wird entschieden, ob wir die Dosis erhöhen oder niedriger dosieren müssen.
Hat alles geklappt und mein Unterleib funktioniert so wie unsere Gedanken, ist die Woche drauf PU und dann 5 Tage später der TF. Warum 5 Tage? Erkläre ich Euch kurz.
Wir haben uns für die Zusatzleistung des Blastozystentransfers entschieden. Eine Blastozyste ist ein 5/6 Tage alter Embryo mit einer komplexen Zellstruktur, die aus etwa 200 Zellen besteht. Das Blastozystenstadium ist das Entwicklungsstadium vor der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter der Mutter. Kurz erklärt ist eine Blasto länger im Reagenzglas „gezüchtet“ als der direkte Embryotransfer. Wenn es das Schicksal so möchte, dass sich mehr befruchten lassen, wie ich mir einsetzen lasse. Dann werden wir keine unserer Embryos wegwerfen, wir werden Sie einfrieren. Denn nur weil unsere Chacen gutstehen, heißt es nicht das es klappen muss. Und so spare ich mir im nächsten Zyklus die Hormone und eine Punktion. Denn ein Kryotransfer, kann auch in einem natürlichen Zyklus durchgeführt werden.

Bisher muss ich sagen, geht es mir gut. Ich spüre keine Nebenwirkungen außer das ich extrem müde bin und mein Bauch sich etwas aufgebläht anfühlt.
Wir sind sehr gespannt auf Mittwoch und werden Euch berichten.

22.09.2021

Ohhh und wie gut ich mich fühle…Diesen Start habe ich gebraucht. Ich glaube ich habe noch nie so erleichtert und befreit auf einem Gynäkologenstuhl gesessen! Wobei es war auch ein wenig absurd, obenrum mit Mundschutz und untenrum nackt. Aber hey, was tut man nicht alles?! Ich bin bereit alles zu tun, alles was nötig ist, um in 9 Monaten ein kleines Bündel voller Liebe im Arm halten zu dürfen! Und ich kann euch nicht genug danken, wie krass ihr mich unterstützt… danke für jedes Herzchen, jede virtuelle Umarmung und liebe Wort ❤️

Heute war es soweit mein erstes Follikel TV stand an. Ich war natürlich super aufgeregt.

Es lief aber alles super und meine extreme Aufregung, war natürlich völlig unbegründet. Im Wartezimmer angekommen, musste ich erstmal die ganzen Kekse leer futtern :-). Dann kam der Moment der Momente als ich aufgerufen wurde. Man Man Man was ging mir die Pumpe… Heute war ich beim Chef persönlich. Ein absolut cooler Typ Mann mit einem hervorragenden Humor. So viel gelacht in der doch etwas komischen Situation „Gynäkologen Stuhl“ habe ich noch nie! Gesichtet wurden ü10 Follikel mit einer Größe von 8-12mm und die GS ist super aufgebaut mit, ich glaube es waren 9mm.

Mir viel ein Stein vom Herzen, endlich klappt es, die Stimulation hat angeschlagen. Mein Mann fieberte von Zuhause mit, schrieb mir schon ob es mir gut geht, weil ich dann doch etwas länger drinnen war. Als ich Ihn aber zurückrief, merkte er sofort wie glücklich ich bin.
Ja wie es weiter geht? Ich muss ab heute für 4 Tage 175 Einheiten Spritzen und Sonntag dann wieder nur 150. Ab Morgen, Donnerstag muss ich zusätzlich den Eisprung unterdrücken. Am Montag geht es dann wieder zum US. Mittwoch ist dann die PU geplant und am Montag den 4.10 dann der TF. Was ein Glück, klappt das alles so, denn wer unseren Auswanderungs Blog liest, weiß, wir fliegen nach KAAAAANADAAA! Und zwar genau an dem WE nach dem TF.

Natürlich wurde mir ein ganzer Stapel „deutsche Bürokratie“ mit nach Hause gegeben. Ich wurde über die verschiedenen Zusatzleistungen aufgeklärt und soll dies mit Christian besprechen und dann am Montag beim nächsten Termin dann alles wieder mitbringen und natürlich wenn Fragen sind diese Stellen!

Was für uns klar ist, ist, dass wir die Zusatzleistung der Kryokonservierung in Anspruch nehmen. Es gibt noch das sogenannte Laser assistend hatching und die Spermienselektion. Aber da werden wir uns am WE in Ruhe Gedanken machen!

Ja ansonsten, gibt es nichts neues zu berichten, ich melde mich dann am Montag wieder bei Euch!

Bis dann Liebe Grüßchens
Sina mit Ihren ganzen Follikeln

25.09.2021 Sinnlos Post oder einfach mal die Gedanken frei machen

Es herrschen viele Vorurteile gegenüber der künstlichen Befruchtung und auch ich wurde schon mit einigen von diesen konfrontiert.Ich kann verstehen, wenn der Weg der künstlichen Befruchtung nicht für jeden etwas ist, weil er seinem Körper die Stimulation und alles was dazu gehört ersparen möchte, aber ich kann nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die Paare verurteilen, wenn sie den Weg der künstlichen Befruchtung gehen, weil sie sagen man würde „Gott spielen“, es sei „unnatürlich“ oder „es soll wohl so sein, wenn es nicht klappt“.Wieso sollte man sich nicht Hilfe suchen dürfen, wenn der Kinderwunsch auf natürlichem Weg nicht in Erfüllung geht? Muss man das einfach hinnehmen, weil der Rest unnatürlich ist und „von Gott nicht so gewollt“? Unfruchtbarkeit hat häufig medizinische Ursachen und wieso sollte ich mir dann von der Medizin keine Hilfe holen? Spielt man nicht bei jeder Krankheit Gott, die man von einem Arzt behandeln lässt? In der Natur ist das die „natürliche Auslese“ und man spricht von „survival of the fittest“, aber wir sind nicht im Tierreich und haben zum Glück die Möglichkeiten Krankheiten zu heilen und Paaren beim unerfüllten Kinderwunsch zu helfen. Also wieso sollte man die Hilfe nicht annehmen, wenn man das möchte?Ist die künstliche Befruchtung wirklich so künstlich? Entsteht hier wirklich ein Designerbaby im Reagenzglas bei dem ich mir Aussehen und Geschlecht aussuchen kann?Ein ganz klares NEIN! Auch bei einer künstl. Befruchtung kann die Befruchtung nicht erzwungen werden. Sie wird durch möglichst ideale Verhältnisse lediglich unterstützt und welche befruchtete Eizelle es am Ende schafft, entscheidet einzig und allein die Natur. Deshalb sprechen viele auch lieber von einer assistierten Befruchtung als von einer künstl. Befruchtung, denn künstlich klingt immer nach unnatürlich und unnatürlich klingt nach falsch, dabei werden die natürlichen Vorgänge einfach nur unterstützt und je nach Methode mehr oder weniger! ❓Wie seht ihr das❓

Kurz vorm ersten Ziel…

Heute am 27.09.2021 um es genau zu sagen, nach 10 Stimulationstagen, ist er gekommen, der letzte Spritzentag für unsere erste IVF. Um genau zu sein um 22:45, denn da spritze ich mir die ES Auslösespritze.

So wie es ausschaut, ist alles bereit für meine Eizellentnahme am Mittwochvormittag!!

Heute Morgen war mein letzter Kontrolltermin, bei dem es sich darum drehte, zu schauen ob die Follikel ordentlich gewachsen sind und ob die Gebärmutterschleimhaut passend zum Einnisten aufgebaut ist. Kurz gesagt, JA, alles bestens und die PU kann, wie geplant am Mittwoch stattfinden.

Auch hier wieder ein Danke an meinen Mann für seine Unterstützung.


Das muss ich Euch noch kurz erzählen; Da sich heute Morgen ein Arzt des KIWU Teams krankmeldete, hatten wir leider etwas mehr Wartezeit als sonst. Mit meinem Mann, wird auch das nicht langweilig. Er schafft es ein ganzes Wartezimmer zum lachen zu bringen, indem er mir erklärt, dass er ja handwerklich sehr begabt sei und eine Eizellentnahme mit, er nannte es, ein „Do it yourself Kit“, auch von Ihm durchzuführen ginge…Und ob er nicht mal seine Hilfe da anbieten solle…Ich musste nachdem alle anfingen zu grunzen vor lachen natürlich auch lachen und erfreue mich immer wieder aufs Neue an diesem Humor. Nur war das nicht alles, angekommen im Zimmer wo der „Stuhl“ steht und der tolle Spruch „machen Sie sich bitte frei“ kommt, sagte mein Mann ganz trocken und nicht leise, „Ach das kenn ich doch, ist ja wie bei den Muttersauen früher“… Ich kann Euch sagen, es wird mit Ihm nicht langweilig und die die Ihn kennen, ja die kennen Ihn 😊

Nun sind wir mal alle ganz entspannt und freuen uns auf Mittwoch.

Hat die PU am Mittwoch dann stattgefunden, beginnt das warten und bangen, wie viele Eizellen sich befruchten lassen und noch wichtiger, welche und wie viele sich bis Montag (Transfertag) dann auch zu Blastozysten weiterentwickeln. Es bleibt spannend, wir sind absolut positiv.


Viele Fragen mich, was ist, wenn es nicht klappt? Klar bin ich bzw. sind wir uns bewusst, dass auch eine künstliche Befruchtung keine Garantie ist, dass es klappt aber wieso sollten wir so negativ an die Sache rangehen? Wir wissen sicher, es klappt, wenn nicht beim ersten Versuch, dann halt beim zweiten oder gar dritten. Ich bin mir sicher, dass mein Herz noch oft still steht vor Furcht oder rast vor Glück. Das ich zwischen Hoffnung, Angst und Freude stehe. Man geht diesen Weg nicht halbherzig, er geht auch nicht spurlos an einem vorbei. Dieser Weg bedeutet uns alles. Und ist es negativ, dann ist es zwar anders, man muss realisieren, umdenken und loslassen um dann wieder bereit zu sein erneut zu starten. Und genau das werden wir sein, denn zusammen sind wir unheimlich stark!

Bis dann meine liebsten!

Sina 

Da ist er. Punktionstag.Wir haben Mittwoch den 29.09.2021

Mein Mann und ich sollten um 8:15 Uhr in der Kiwu Klinik sein. Ich musste für den Eingriff nüchtern sein, das bedeutet ich durfte 8 Stunden vorher nichts mehr essen und nichts mehr trinken. Mein Mann musste, wie vor dem Spermiogramm auch, eine Karenzzeit von 2 Tagen vor Abgabe der Spermaprobe einhalten, denn heute war der Tag gekommen andem wir die kleinen Schneidis brauchen.
Zum Eingriff mitbringen sollte ich nichts, nur mich, denn ein Frühstück, warme Socken und ein bequemes T-Shirt oder Nachthemd bekam ich von meiner Klinik. Ich entschied mich für ein bequemes Baumwollkleid. Finde ich übrigens super von der Klinik. Naja, andererseits zahlt Mann und Frau dort auch genug;). Wir liegen mit unserer 50% Beteiligung  nur mal so am Rand erwähnt, schon bei über 1500eur.

Bei uns lief das ganze etwas anders ab, wie immer 😀 denn mein Mann erledigt seine Probe Zuhause und nicht in der Klinik. Für ihn einfach angenehmer und persönlicher. Und für mich voll in Ordnung. Er soll sich schließlich wohl fühlen.

So fuhr mich einer unserer Freunde hin, und Christian kam kurze Zeit später nach. Natürlich standen wir ständig in Kontakt und ihn blagte natürlich auch das schlechte Gewissen, dass er mich ja nun alleine ließ. Aber das war ganz schnell vergessen als wir uns dann wieder im Arm hielten.

Ich meldete mich am Empfang und wurde ins Wartezimmer zu noch drei weiteren Paaren gesetzt. Die Stimmung war „angespannt“, denn jeder dieser Paare hatte an diesem Tag den gleichen Eingriff vor sich. Zunächst wurden die Männer der Reihe nach aufgerufen und jeder wusste genau, was sie gleich im stillen Kämmerchen machen würden 😅 Auch mein Mann wurde aufgerufen nur war der ja nicht da. Der eine schmunzelte schon und sagte “ super hätte ich das gewusst“..!

Im OP-Bereich angekommen bekam jede Patientin ihr eigenes kleines Zimmer. Ausgestattet mit einem Kleiderschrank und einem ich nenne es „Bettstuhl“. Ich sollte mich schon einmal umziehen / in mein Kleid schlüpfen, die warmen Socken an- und die Unterhose ausziehen. Bevor es losgeht würde zunächst der Anästhesist zum Aufklärungsgespräch kommen und mir einen Zugang legen. Tatsächlich hatte ich vorm Zugang legen mehr Angst als vor dem Eingriff an sich.

Der Anästhesist war in meinen Augen etwas komisch, lag aber wahrscheinlich daran, dass ich mich wehrte meine Piercings rauszuholen. Naja egal, er schaffte es tatsächlich auf Anhieb mir einen Zugang in den linken Ellenbogen zu legen. Nun hieß es auf den Eingriff warten. In meiner Klinik werden zunächst alle Patientinnen der Reihe nach vorbereitet und dann im Anschluss nacheinander operiert. Es waren einige Frauen vor mir an der Reihe also hatte ich noch etwas Zeit. Zeit meinem Mann noch eine Nachricht zu schreiben und Zeit um noch mind. 10mal zur Toilette zu gehen, denn die Blase sollte vor dem Eingriff möglichst leer sein 😅
Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann endlich so weit. Ich war an der Reihe. Ich hatte zwischenzeitlich schon echt Sorgen, ob die Eier vielleicht schon gesprungen waren. Ich wurde von meinem Zimmer über den Gang in den OP auf meinem „Bettstuhl“ geschoben und durfte direkt auf die Liege. Ich wurde in Position gerückt, fixiert und abgedeckt, redete noch kurz mit dem Arzt und den Schwestern und dann schickte mich der Anästhesist auch schon ins Traumland. Meine letzten Worte waren „bäh, das schmeckt nicht“. Interessanterweise schmecke ich einige Medikamente, wenn sie mir über die Vene verabreicht werden 😅 Kennt das noch jemand? 🤔

Der Eingriff dauerte nicht lange und ich wachte langsam in meinem Zimmer wieder auf. Mein Mann saß zum Glück schon neben dem „Bettstuhl“.

Sofort kam auch schon die Schwester, brachte mir Frühstück und einen Tee und für meinen Mann einen Kaffee. Mir wurde kurz Zeit gelassen um wieder etwas klarer zu werden und dann kam er, der Moment vor dem ich solch Angst hatte. Mein Arzt klopfte und beantwortete mir die Frage, die Frage die ich mir schon das unendlichste mal stellte, wie viele Eizellen konnten entnommen werden?

Es waren 14! 14 Stück, obwohl auf dem letzten Ultraschall nicht so viele zu sehen waren.Wir waren so happy und ich habe bestimmt 3 mal nachgefragt, ob es auch wirklich 14 Eizellen oder nur 14 Follikel waren, aber es waren tatsächlich 14 Eizellen!!
Ab heute Abend soll ich mit der vaginalen Einnahme von Famenita (Progesteron) beginnen. Das Progesteron unterstützt die Gelbkörperphase.

Morgen früh um 09:00 Uhr erfahren wir dann welche von unseren kleinen sich haben befruchten lassen und weiter in die verlängerte Kultur geschickt werden.
Da wir uns für Blastozsysten entschieden haben, bekommen wir keine Zeller zurück, sondern zwei entwickelte Embryos und da dauert es statt 2 Tage ganze 5 Tage bis sie eingesetzt werden.

Und nach langem hin und her, haben wir uns nun doch entschieden zwei statt drei Blastokulturen einsetzen zu lassen. Bei dreien ist das Risiko einer Drillingsschwangerschaft einfach zu hoch. Zwillinge würden wir gerne haben, aber drei, nein das wäre zu viel. Zumal wir bei zweien ja immernoch das Risiko haben, dass eine Teilung stattfindet.

Als zusätzliche Leistung haben wir auf meinen Wunsch doch noch das „assistend hatching“ gewählt. Hier eine kurze Beschreibung:

Das „assisted hatching“ (Schlüpfhilfe) ist ein Verfahren, das den Embryonen das Verlassen der Eihülle und die Einnistung in die Gebärmutter erleichtern soll. Am Tag des Embryotransfers wird die Eihülle unter dem Mikroskop mit einem feinen Laserstrahl eröffnet und dem Embryo so ein einfacheres Schlüpfen ermöglicht.

Wir sind auf jedenfall sehr gespannt und werden euch auf dem laufenden halten.

Am Montag ist dann der Transfer. Auch wieder am Morgen, da ich auch diesmal leider eine Vollnarkose bekomme. Meine Gebärmutter liegt leider nicht gut erreichbar und da würde sich eine ordentliche Platzierung nur unter höllischen schmerzen durchführen lassen.

Bis dann Ihr Lieben 💞

04.10.2021 Der Anruf, der Niederschlag, der Kämpfer und der Transfer

Es gibt Neuigkeiten in Sachen Kinderwunsch

Hi Leute, entschuldigt, dass ich mich jetzt erst melde, aber die letzten Tage seit PU waren echt sehr anstrengend und nervenaufreibend.

Ich hatte ja am Mittwoch 29.09.2021 mein PU, diese lief mehr als erfolgreich, denn mit 14 Eizellen wo 13 reife dabei waren, liege ich weit über dem Durchschnitt in meinem „Alter!“ Ja „Alter“, so staunte ich auch als der Arzt meinte das die Eizellqualität mit 33 schon bei weitem nicht mehr so ist wie Sie sein sollte.

Am Donnerstag ich natürlich völlig neben der Spur dort an, zittrig, geschwitzt, stotternd und natürlich pünktlich auf die Minute, erkundigte ich mich nach der Befruchtung unserer, ich betone es nochmal !!!!13!!!! Eizellen.
Und da kam er, der Schlag durchs Telefon inmitten mein Gesicht!

„Frau Schneider ich muss Sie leider enttäuschen, wir haben bisher leider nur eine befruchtete Eizelle!“ Aber ich sage es Ihnen gleich der Kleine ist ein Kämpfer.
Ich fing an zu weinen, all unsere Vorstellungen, zwei Zeller in die verlängerte Kultur zu schicken um wenigstens eine Blasto zurück zu bekommen und den Rest als Kryo einzufrieren für evtl. nächste Zyklen, alles war hin, jegliche Hoffnung starb mit diesem Anruf. Ich wusste aus Recherchen, Gesprächen und meinem ständigen googeln, dass die Chancen sehr gering sind eine Blastozyste zu bekommen. Es haben nämlich nicht alle Embryonen das Entwicklungspotenzial für eine Blastozyste. Und schon gar nicht, wenn man eh nur eine hat…Ich war am Boden zerstört und fix und fertig. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

Aber nun mal zu dem Grund der nicht Befruchtung. Der ist nämlich folgender; Meine Eizellhaut, oder nennen wir es Schale viel zu hart ist. Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass dort etwas eindringen kann. Umso größer diese Wunder, dieses eine Wunder von rund 89 Millionen Spermien hat es geschafft. Und ja genau so viel waren es das wissen wir nämlich ganz genau, danke einer netten Biologin, die genauso verwundert darüber ist wie wir.

Ich fragte Sie wie es nun weitergeht, schließlich war ja für Montag dann der Transfer geplant. Die Biologin erklärte mir, dass Sie die restlichen Eizellen weiterhin mit dem Sperma zusammenlässt und es durchaus sein kann, dass sich im Nachhinein noch welche Befruchten. Wir müssen also bis Samstag abwarten und neu schauen aber die Hoffnung nicht zu groß werden lassen und eher in den kleinen Kämpfer stecken sollten.

Das war ja dann noch nicht alles. Da unsere Klinik nur Blastos transferiert, standen wir vor dem nächsten Problem, ich hatte also keinerlei Chance mir den kleinen als Zeller zurück geben zu lassen, sondern wir mussten Ihn wohl oder übel entweder verwerfen oder das Risiko eingehen ihn in die verlängerte Kultur zu schicken mit einem ziemlich großen Risiko, dass er es nicht schafft.
Und Tadaaa nun standen wir gleich wieder vor dem nächsten Problem, die harte Haut. Wie kommt er da denn wieder raus? Denn nur weil er da rein gekommen ist uns wahrscheinlich jetzt schon ein Schädelhirntrauma hat, heißt es nicht das er durch die selbe Stelle auch raus kommt!

Wir sprachen erneut mit der Biologin und entschieden uns das ohnehin geplante assistend hatching am Samstag durchzuführen zu lassen. Auch wieder ein großes Risiko, dass der kleine es schafft. Und immer bedenken ich habe keine anderen 8 auf Reserve. Wir gehen auf volles Risiko. Alles oder nichts.

Als ich noch nicht Punktiert war und wir dabei waren den Bogen der Zusatzleistungen auszufüllen, waren wir sehr unschlüssig was das hatching anging und entschieden uns eigentlich dafür es erst ab dem 2. Versuch zu Buchen. Aber irgendetwas in mir drinnen, sagte mir ich muss mich durchsetzen und es ankreuzen. Und Ihr seht, es war das richtige Bauchgefühl. Denn ohne das hatching würde unser kleiner nicht schlüpfen.

Mittlerweile war es Samstag, ich war ohnehin ein Frack, psychisch und körperlich am Ende, nicht nur wegen der vielen Gedanken, nein auch wegen der vorhergegangen Punktion. Ich hatte Angst, eine scheiß Angst, denn unser kleiner hatte sein hatching und die Biologin wollte nur anrufen, wenn etwas schiefgeht und somit dann auch leider der Transfer für Montag abgesagt werden muss. Ich telefonierte mit meiner besten Freundin und auf einmal klopfte es an, da stand es, auf meinem Display, ganz groß „KIWU Wetzlar“! Ich kann Euch nicht schildern wie ich mich in diesem Moment fühlte. Leer und völlig am Ende. Ich ging ran, verheult und leise. Und da sagt die mir doch einfach nur, dass es unserem Kämpfer sehr gut geht, er das hatching gemeistert hat und nun wieder im warmen Brutkasten liegt um am Montag bei mir einzuziehen. Und wenn wir Glück haben und ganz feste dran glauben er es schafft sich zu einer Blasto zu entwickeln. Ich war so erleichtert, voller vor Freude und dennoch blagte mich die Angst, dass er es bis Montag nicht schafft, sich zeitgerecht zu entwickeln oder gar komplett in der Entwicklung stehen bleibt und verworfen werden muss.

Ich lenkte mich ab, sprach viel mit meinem Mann, mit Freundinnen, welche in der gleichen Situation sind. Sie bauten mich auf und ich fing wieder an zu glauben. An Ihn. An unseren kleinen Kämpfer. Er schafft es. Er zieht am Montag bei mir ein.

Wir haben Montagmorgen, den 04.10.2021.

Und hier ist er, unser Schneidi Kämpfer und mein neuer Mitbewohner. Ich bin offiziell PUPO, wörtlich übersetzt pregnant until proven otherwise, schwanger bis das Gegenteil bewiesen ist. Und natürlich folgten wir dem Brauch der sogenannten PUPO Pommes. Und mein Mann, ja der kippte das von Ihm neu erfundene Pupo Bier hinterher.

Der Biologe nennt Ihn ganz professionell expandierte Blastozyste. Er ist winzig klein, der kleinste Embryo, den ich je sah. Wirkt ganz unscheinbar. Hat auch keine sichtbare Ähnlichkeit mit mir oder meinem Mann. Ich kenne Ihn leider noch nicht, kann Ihn daher nicht wirklich einschätzen. Aber ich erahne, was aus ihm werden könnte. Ich erträume mir sein Gesicht und erhoffe mir eine Geschichte. Eine Geschichte, die ein Leben lang hält. Unsere Geschichte. Ihr könnt euch ein wenig vorstellen, wie viel Hoffnung ich in Ihn setze, in einen Embryo, der nicht schöner sein könnten. Und wisst ihr was?! Ich bin schon jetzt verliebt. Ich liebe schon jetzt dieses kleine Geschöpf. Schau mir ständig sein erstes Foto an. Verrückt? – ein wenig. Naiv?! – vielleicht. Bekloppt? – auf keinen Fall. Nach der Befruchtung beginnt für mich das Leben. Er ist mit Hilfe entstanden, ja. Aber auch mit großer Liebe, einer Menge Angst, viel Hoffnung und unermüdlicher Kampf. Ich hoffe, ich darf dir irgendwann unsere Geschichte erzählen. ❤️

Nun heißt es warten und hoffen, dass der Kleine sich morgen in mir festbeißt und da auch bleiben will.

15.10.2021 Nicht Schwanger

B.-H. kam nicht um zu bleiben. Das warten hat ein Ende. Das Ergebnis ist da, auch wenn der Bluttest noch aussteht. Von mir ist heute Morgen so viel abgefallen. So viele Tränen, gefühlte Tonnen an Anspannung und die Last der Ungewissheit. Die Natur hat es geregelt und mich heute schon aus der Warteschleife befreit. Den Test brauchte ich für mich noch mal, um es zu lesen. Nicht schwanger. Ich bin nicht schwanger. Diesmal nicht. Es fing an mit leichten Blutungen, da war mir klar, dass etwas nicht stimmte. Es muss an einem zu niedrigen Progestoronspiegel gelegen haben. Ich bin müde von diesem Zyklus, der wohl bisher anstrengendste IVF – Zyklus, den ich je hatte, OK es war auch der Erste. Er hat mir wirklich einiges abverlangt. Ich gelitten, von vorne bis hinten. Mein Herz stand oft still vor Furcht oder raste vor Glück. Zwischen Hoffnung, Angst und Freude. Ihr habt es miterlebt. Ich war zwischenzeitlich so sicher, dass es klappt, musste doch endlich soweit sein, nachdem wir Sternchen haben ziehen lassen müssen. Aber nein, noch ist nicht die Zeit. Ich hoffe, ich konnte euch ein Stückchen weit zeigen, was dieser Weg bedeutet, wie schwer es ist. Man geht ihn nicht halbherzig, er geht auch nicht spurlos an einem vorbei. Dieser Weg bedeutet alles für Paare wie uns, es gibt keine andere Option. Nun folgen ein paar unschöne Tage, es ist ein wenig wie Abschied nehmen, denn man hat sich schon einiges vorgestellt, der Kopf und das Herz haben Pläne geschmiedet. Die Phantasie hatte schon diesen kleinen perfekten Menschen geformt. Dieses Menschlein, was Mitte nächsten Jahres hätte kommen können. Nun ist es anders, nun muss man wieder realisieren. Umdenken. Loslassen. Um dann wieder bereit zu sein.

27.10.2021 Krone richten und auf in den nächsten Zyklus

Krone sitzt. Der Wille ist riesig! Ich bin startklar. Ich bin bereit! Wir sind es! Den B.-H. – Zyklus habe ich hinter mir gelassen. Es wird Zeit zu tanzen meine Damen! Es wird Zeit weiterzumachen. Unsere Nummer 1 ist bereit nach Hause zu kommen! Für den einen oder andere mag sich das bekloppt anhören, dieses runterbeten von guter Hoffnung. Positives Zureden. Zugegeben, vielleicht hätte ich vor ein paar Jahren auch gedacht, dass das verrückt ist. Auch ist mir bewusst, dass nicht alle verstehen, warum ich das hier teile … warum ich unseren Weg teile. Das ist das Schöne an der Freiheit, dass man nicht alles so machen muss, wie andere Menschen! Ich bin stolz auf mich, ich finde mich mutig, das war für mich und meine Entwicklung (ja mit 33 entwickeln sich Menschen auch noch weiter) sehr wichtig. Es tat und tut mir gut! Und ich will mir und euch noch mehr geben. All eure positiven Zitate, Sprüche und Weisheiten will ich. Welch Sätze geben euch Kraft? Was baut euch auf? Welche Weisheit ist euch eine Stütze.. welcher Satz hinterlässt ein Lächeln und lässt das Herz klopfen?! her damit
Wir genießen unseren Pausenzyklus und in zwei Wochen starten wir in Runde 2 mit unserer ersten ICSI.

13.11.2021 Es geht wieder los <3

Wir starten in unsere erste ICSI!!!

Für uns kommt aufgrund meiner harten Eizellhaut keine 2. IVF in Frage, daher haben wir nun die ICSI mit Assistend Hatching gewählt.

Mein Körper, ich sags Euch, die blanke Katastrophe. Einerseits bin ich froh nach unserer ersten gescheiterten IVF einen „normalen“ Zyklus gehabt zu haben. Ich machte mir schon Gedanken, dass es ein endlooooos langer verrückter Zyklus wird. Was bei mir auch durchaus mal 70 Tage werden können… Aber nein sogar eine Woche eher kam die rote Tante an Tag 25!! Jetzt kommt das aaaber sie kam, war da und wie verhext, wieder weg. Toll…es war Freitag ich hatte schon für Mittwoch den Follikel TV-Termin und wir waren so happy, heute am Samstag spritzen zu können. Ich rief dann völlig ratlos die Notfall Kinderwunsch Nummer an und holte mir Rat. Ja toll, der Rat war nicht das was ich hören wollte. Ich hatte ja Blutungen, allerdings eben nicht so stark wie üblich, was in unseren Augen auch normal scheint, wenn wie es im jetzigen Pausenzyklus war, kein Eisprung stattgefunden hat. Wo nichts aufgebaut ist, kann also auch nicht viel ausgeschieden werden. Unser Arzt bestand aber auf seine Aussage, sie spritzen erst, wenn sie richtig bluten. Ich dachte ich bin im falschen Film. Aber es hat sich dann zum Glück doch alles geregelt. Die erste Spritze ist nun gesetzt, die Blutung kam heute Morgen recht stark.

Los geht es mit täglich 150 iE Ovaleap. Wir stimulieren im normalen natürlichen Zyklus. Am Mittwoch ist dann unser 1 Follikel TV. 

Und nochmal, da draußen gibt es so viele Paare, die im Stillen das Gleiche Schicksal teilen. Einen noch viel längeren und schlimmeren Weg gegangen sind bzw. noch gehen. Aber eins ist mal gesagt: IHR SEID NICHT ALLEINE! Wir kämpfen gemeinsam für unser Wunder! Bleibt stark.

17.11.2021 1. Follikel Fernsehen

Hallo liebe Blogleser

Heute war es soweit, wir hatten unser 1.Follikel TV in unserer ersten ICSI.

„Frau Schneider, sie können sich wieder anziehen“! In meinem Kopf sind aber nur Wattebäuschen und ein dezentes Streiken meiner Sprache – wahrnehmbar. Wo ist der Haken? Wo ist mein Haken? Sagte ich dies laut -oder dachte ich es nur?…Ich weiss nicht mehr aber nun zurück zum Ultraschall.
Lass es bitte mindestens 4 sein, tolle Zahl. 2 zum einsetzen und 2 zum auf Eis legen, so meine Gedanken im Auto. Zurück auf dem Stuhl, Monitor ging an…Puls 143…und los ging es… mein Mann drückte uns natürlich wieder mal einen Spruch – Es zwickt und zwackt, mein Puls auf 200 und er fragt ernsthaft ob mir das Ultraschallgerät vibrierend lieber wäre… ich schaute wie ein Auto mit Lenkschaden, wusste nicht wo ich hinschauen soll. Aber Ich liebe Ihn, genau dafür, in solch Situationen mich immer zum Lachen zu bringen. Zurück zum Lenkschaden, WTF Doc???? 1…2…3…4…5…6…7…8…9…10 und noch mehr. Blick zum linken Eierstock-zum rechten…Blick zum Doc..wieder zu den Eierstöcke. Du könntest dabei sein, unsere Nr. 1… So viele Chancen die in mir herran wachsen. Bäääm mein Kopf sprang an, dass Denken begann. Wo ist der Haken nach solch einem katastrophalen stimulations Start… zuviel Glück für mein überfordertes Unterbewusstsein. Oder ist es doch so wie mit der Angst und dem Mut,nur in meinem Kopf? …alles ist gut, ich bin bereit für den nächsten Schritt.

Kommender Montag ist der nächste Termin und am Mittwoch dann die Punktion. Ab heute Abend muss ich zusätzlich die Fyremadel spritzen um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern.

Bis bald Ihr Lieben

22.11.2021 Follikel TV Nummer 2

So Mädels, heute war es soweit, unser 2. Follikel TV stand an. Natürlich wie immer an meiner Seite mein liebevoller Ehemann welcher immer zu witzigen und humorvollen Sprüchen bereit ist. Ich muss schon sagen, ab und an, würde ich nach oder besser während seinen Sprüchen gerne 10m unter die Erde krabbeln.
Angekommen in der Klinik, wartete ein Paar vor uns mit einem Baby auf dem Arm. Für mich nichts ungewöhnliches, sie wollen eben noch ein zweites.
Als wir an der Reihe waren, hatte mein Mann nichts Besseres zu tun, als die Dame an der Anmeldung zu fragen, ob unsere Vorgänger ihr Baby wohl umtauschen wollten?!….Immerhin lachte Sie und mir blieb letzten Endes auch nichts anderes über :-).

Heute fand der Termin beim Chef persönlich statt, ich mag Ihn. Seine Art ist bezaubernd locker und auch er passt was seinen Humor angeht perfekt zu meinem Mann.
„Machen Sie sich bitte frei“….dieser Satz, wie oft ich Ihn wohl noch hören werde, hören muss?!!? Ich hoffe nicht mehr oft. Zu mindestens in diesem Zusammenhang.
Christian ist heute aber sehr lustig…. Baby das ist ja wie in einer Legebatterie…JA…ich muss ihm recht geben, ich habe aufgrund meines hohen AMH Wertes wirklich extrem viele Follikel entwickelt. Super, mir viel ein Stein vom Herzen und ich bin unendlich froh, dass am Mittwoch die geplante PU stattfinden kann und ich nach wieder 10 Stimulations Tagen meine letzte Spritze setzen darf.
Spritzen muss ich heute nur 100 Einheiten, die Fyremadel zum Unterdrücken und um 23:00 Uhr dann die Ovitrelle zum Auslösen. Morgen am Dienstag habe ich dann spritzen frei und wie gesagt am Mittwochmorgen dann die Entnahme.
Daumen drücken Mädels, dass wir nicht nur ganz viele wunderschöne Follis haben, sondern sich auch die passenden reifen Eizellen darin befinden.

Ich melde mich, bis dahin

24.11.2021 Die Punktion

Wie viele Eizellen sind es geworden…..?
Sind alle reif….?
Lassen sich alle oder wenigstens die die wir brauchen befruchten….?
So viele Fragen, soviel Angst, alles in meinem Kopf. Dieser Weg den wir hier gehen, voller Schmerz, unendlichen Spritzen, einem Haufen Hormonen und immer diese Angst und Verzweiflung die dich 24h begleitet…aber es geschehen immer wieder Wunder und auch wir werden eines erfahren.

Und es sind *Trommelwirbel*…

14 Eizellen!!!! Wieder 14. Ich habe das Gefühl das sich unsere erste IVF wiederholt, nein das hoffe ich natürlich nicht aber bisher ist alles einfach zu gleich… und macht mir Angst.
Identischer zyklus, Gleiche Spritzen Menge, gleiche Tage der PU und des TFs und die gleiche Menge der Eizellen…Fluch oder doch der Checkpot?!?!

Morgen früh um 09:00 Uhr rufen wir bei der Biologin an und erfahren wie viele kleine es geschafft haben und entscheiden dann wie viele der kleinen zu Eisbären werden und welche in die verlängerte Kultur geschickt werden.
Am Montag ist dann der Transfer von zwei Blastozysten geplant.

Wir sind super glücklich, soviel Eizellen gewonnen zu haben und hoffen sehr das sich beide kleinen Wunder sehr wohl bei ihr fühlen.

Bis morgen dann 😉

25.11.2021 Der langersehnte erlösende Anruf

Ich kann es noch immer nicht richtig fassen.

14 Eizellen entnommen, 11 reif, 6 befruchtet.
Solche Zahlen lese ich sonst immer nur auf anderen Profilen. Wir liegen über dem Durchschnitt. Juhuuu…
Aufgrund der Ergebnisse, haben wir zwei kleine Schneiders direkt eingefroren, 4 gehen in die Blastokultur und der Transfer von unseren Blastozwillingen ist für Montag geplant. Haben wir am Montag 4 Blastos, gehen die zwei besten zurück zu Mama und die anderen ebenso auf Eis.

Wir wünschen ein schönes Wochenende

29.11.2021 Pupo oder Pub das ist hier die Frage?!

Heute war es endlich soweit – der Transfertag. Es durften zwei ganz toll expandierte Blastoembryonen bei mir einziehen. Es fühlt sich noch so surreal an, dass wir es wirklich soweit geschafft haben, dass mir heute Morgen diese zwei wundervollen Blastos eingesetzt wurden.

Übrigens haben es von unseren 6 befruchteten ALLE, Leute ALLE zum Blastozysten Stadium geschafft. Statistisch gesehen schaffen es eigentlich nur bis zu 20%. Natürlich wollten wir nicht mehr wie zwei eingesetzt haben und haben uns entschieden die anderen beiden auch auf Eis zu legen. Natürlich ist uns beiden bewusst, dass es mit allen Vor- und Nachteilen bei solcher Qualität auch Zwillinge werden können. Aber genauso kann es sein, dass sich trotz der Qualität gar nichts einnistet. Damit muss man leider auch rechnen – selbst bei absolut perfekten Blastos. Ich persönlich glaube, dass es klappen wird – versuche mich aber auch nicht zu sehr reinzusteigern.  

Testen werde ich diesmal mit einer Testreihe, die ich morgen beginnen werde.

Bis bald, mit hoffentlich positiven Nachrichten

Ach ja Last but not Least….das Ritual der Pupo Pommes haben wir natürlich durchgeführt!

08.12.2021 Made with a lot of Love and a little bit of science

Da bist du endlich. Endlich lese ich dieses Wort. Endlich sehe ich zwei Striche! Ich habe es geschafft, bis hierher zumindest. Da ist jemand in mir, oder gar zwei, die hoffentlich wissen, wie willkommen sie sind. Ich könnte niemals ansatzweise ausdrücken, was ich fühle. Ich bin schwanger! Ich werde erneut Mama. Die Tränen fließen einfach raus, der Puls rast, mein Magen dreht Pirouetten, ich zittere…vollkommen geflasht und immer noch nicht Frau der Lage, wiederhole ich den Test, immer wieder. Immer wieder stottere ich hinunter zu meinem Bauch: „Ich habe gewartet und da bist du endlich, bleib bitte. Bleib diesmal.“ Ich bin diesem Wunder so nahe und so verfallen, dass ich es von nun an nicht mehr hergeben kann. Und so werde ich die nächsten Tage dasitzen, beobachte meine stärker werdenden Tests, lache, weine, schweige, grinse, höre in mich hinein, ich hoffe und bete. Ich bin glücklich, wir sind unendlich glücklich. Ängstlich aber glücklich! Wir bekommen ein Baby oder zwei, bitte bleibt und macht uns noch glücklicher wie wir sind.

Ab sofort werde ich für die kommenden Wochen nur für mich da sein. Für meine Familie. Ich weiß, dass die allermeisten dafür Verständnis haben…und wer nicht, so what!

Bis bald Ihr lieben Menschen, Ihr lest von mir!

Sina