Even Miracles take a little time

Even Miracles take a little time

Warum schreibe ich darüber?
Ich habe für mich herausgefunden, dass es mir gut tut darüber zu sprechen statt es in mich hinein zu fressen. Ich möchte darüber berichten wie es weiter geht, meine Gefühle teilen. Und einfach dazu stehen, dass es eben nicht bei jedem nach Plan läuft, aber es immer einen Weg gibt, wenn man wirklich will und kämpft! Viele sagen, wie kannst du das veröffentlichen, das ist doch peinlich?! Nein das ist es nicht. Das ist das Leben. Und dieses ist bekanntlich kein Wunschkonzert! Und ich finde es durchaus hilfreicher über solche Schicksale zu berichten wie darüber mir die Lippen aufspritzen zu lassen :).

Eins steht für mich fest: Ich bin einer der mutigsten Menschen der Welt. Auch wenn es mir momentan vielleicht nicht so vorkommt. Ich habe mich dazu entschieden, einfach alles für meinen großen Traum zu tun. Mich voll und ganz auf etwas einzulassen, das so viel mit mir und meinem Körper macht. Ich werde Freudentränen weinen, hoffnungslose Stunden durchleben und wissen, dass das alles seinen Sinn hat. Jede Spritze, jeder Arztbesuch, jedes Telefonat und jede schlaflose Nacht bringt mich einen Schritt weiter zu meinem, unserem Ziel. Es wird nicht leicht, aber das weißt ich bereits. Und ich tue es trotzdem. Das ist Mut. Das bin Ich. Das bedeutet es eine Mama zu sein.
Egal was kommt, Ich bin nicht allein!

Unser Weg zum Wunder

Ich lernte meinen Mann 2020, relativ spät, mit 31 Jahren, kennen und lieben. Wir waren beide bereits schon einmal verheiratet und haben auch beide Kinder. Aber den Partner fürs Leben hatten wir beide noch nicht gefunden. Bis zum 15. Februar 2020. Wir sahen uns und waren uns sofort auf eine uns noch unbekannte Gefühlsart verbunden. Wir lernten uns kennen, zogen ziemlich schnell zusammen, verlobten uns und heirateten an unserem Jahrestag ein Jahr später. Alles ist perfekt wir sind unbeschreiblich glücklich. Christian und auch Ich hatten ja bereits Kinder, also war für uns eigentlich klar, dass wir uns über dieses Thema keine Gedanken mehr machen müssen, denn so wie wir mit unsere Patchwork Familie leben, ist es genau das was wir immer wollten. Wir sind angekommen und haben die Liebe unseres Lebens gefunden.
Hätte ich damals um genau zu sein im Mai 2020 gewusst was und wie sich das alles entwickelt, hätte ich sicher eine „Umleitung“ in unserem Leben gefahren.

Ich verhütete damals mit der Spirale, diese hatte ich mir für 5 Jahre setzen lassen und wollte mich dann mit 35 Jahren sterilisieren.
Dann kam er der Tag, es war der 14. Mai 2020, ich war überfällig und hatte das Gefühl, irgendetwas stimmt nicht. Ich teilte meine Gefühle meinem Mann mit, nur war uns eigentlich klar, dass das ein Hormonproblem sein müsste, denn ich habe ja die Spirale. Leider war dies nicht so. Ich machte einen Termin beim Frauenarzt, dieser stellte eine Schwangerschaft fest. Meine Spirale ist in die Gebärmutter gerutscht und ja es ist passiert. Um es kurz zu fassen, die Spirale wurde unter einer örtlichen Betäubung entfernt und dabei ging dann auch leider das kleine Wunder ab.
Wie wir uns dabei fühlten? Naja es war so überraschend, dass ich persönlich nichts mit meinen Gefühlen anzufangen wusste und auch nicht wusste wie ich damit umgehen sollte.
Dennoch war er da der Gedanke, mit diesem Mann welcher mich jeden Tag bis ins unermessliche glücklich macht ein gemeinsames Kind zu haben. Wir sprachen darüber, machten uns unsere Gedanken und freundeten uns immer mehr mit dem Gedanken an uns gemeinsam auf die Kinderwunschreise zu begeben. Das war für mich ein riesiger Moment! Die Freude war immens. Ich meine: Bald würde ich wieder ein Baby haben! Wir verzichteten auf eine neue Spirale und starteten in den erste Übungszyklus im Juni 2020. Temperatur messen, Ovulationstest usw. Und da war er, der erste positive Ovulationstest, an meinem Geburtstag am 08. Juni 2020. Wir waren unheimlich glücklich. Alles lief nach Plan.

Und tatsächlich testete ich kurzer Hand später zum ersten Mal positiv. Oh man, ich hatte es geschafft! Die Freude war so groß. Und ich wünschte sehr, ich könnte an dieser Stelle was anderes schreiben. Aber unsere Reise war noch nicht vorbei. Ich erlitt eine sehr frühe Fehlgeburt und musste mich von unserem Wunder verabschieden.

Als nach weiteren Monaten immer noch keine Schwangerschaft eintrat, begab ich mich zu meinem Frauenarzt. Er beruhigte mich und sagte, dass ein Jahr Wartezeit ganz normal sei. Wie ich diesen Spruch hasste. Alle um mich herum wurden schwanger und dass innerhalb kürzester Zeit. Außerdem möchte man das auch nicht hören, wenn man den großen Wunsch hat, ein Kind zu bekommen. Jeder negative Test, egal in welchem Zeitraum, schmerzt. Des Weiteren empfahl er mir My NFP, einen Kalender zur natürlichen Familienplanung, basierend auf der symptothermalen Methode und Mönchspfeffer Kapseln. Meinem Mann wurden ebenso Nahrungsergänzende Kapseln verordnet.
Ich war hochmotiviert: jeden Morgen Temperatur messen, den Eisprung ermitteln, um den Zeitpunkt herum gezielt mehr Geschlechtsverkehr haben und schwanger werden. So leicht. So meine Fantasie. Ich weiß noch, wie ich dachte, „Sex nach Kalender, verrückt“, andere brauchen das bestimmt nicht. Ich lernte meinen Zyklus dadurch aber tatsächlich besser kennen. Ich merkte schnell, dass ich immer relativ späte Eisprünge hatte (wenn überhaupt, denn ich leide an einem PCO Syndrom) und das ich einen Zyklus von 29-60 Tagen habe. So konnten wir uns also dank der Methode besser auf den richtigen Zeitpunkt einstellen. Wir taten alles, alles was Freunde, unsere Ärztin und Google uns sagten. Es passierte nichts, jeden Monat war die Enttäuschung groß und es flossen viele Tränen. Mein Mann und ich haben uns aber dazu entschieden, nicht aufzugeben, es wird ein weiterer steiniger Weg auf dem Weg zu unserem Wunder, aber wir gehen ihn gemeinsam!

Im späten Sommer 2020 habe ich meinen Frauenarzt erneut aufgesucht. Er beharrte weiterhin darauf, dass alles ganz normal sei. Also die Zeit, die wir mit dem Kinderwunsch bisher verbrachten und auch, dass eine Fehlgeburt leider ganz normal sei. Ich wollte das aber nicht mehr. Ich war deprimiert und enttäuscht, wütend auf die ganze Welt. Ich sagte ihm also, dass es so nicht weiter geht. Wir starteten eine Hormonbehandlung unter Clomifen, auch diese war bis auf einmal nicht wirklich erfolgreich. Ja dieses Eine mal, ich war wieder schwanger, mit Zwillingen im September 2020. Es war ein sehr sehr früher Abgang, im US sah man noch nichts nur Anhand der Blutwerte wurde die Schwangerschaft festgestellt. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr und für mich stand fest, wir brauchen Hilfe und ich möchte eine Überweisung in die Kinderwunschklinik haben.

Mittlerweile ist es Ende Juli 2021. Aber wir haben Ihn, den langersehnten Termin in der Kinderwunsch Klinik. Wir entschieden uns für die Klinik in Wetzlar.

Die Wartezeit bis zu dem Termin hat mich fast wahnsinnig gemacht. Damals schon empfand ich das Geräusch meiner tickenden Uhr als quälend. Mein Mann munterte mich auf. Er unterstütze mich, wo er konnte und redete mir immer gut zu. Es war mein Fels in der Brandung. Bei unserem ersten Termin wurden uns sehr viele Fragen gestellt. Auf Basis der Antworten stellte die Ärztin einen Fahrplan auf. Das mochte ich gleich. Einen Plan, eine Liste, das hörte sich gut an. Bei mir sollte ein Hormonspiegel gemacht werden. Und ich sollte außerdem eine Hycosi durchgeführt bekommen. Dies ist eine Untersuchung der Eileiter wo evtl. Probleme an diesen festgestellt werden können.
Bei meinem Mann wurde ein Spermiogramm durchgeführt und Blut abgenommen.
Nach einigen Wochen und regelmäßigen Terminen in der Kinderwunschklinik standen die ersten Ergebnisse fest. Mein Mann war kerngesund, die Spermienqualität super. Bei mir sah es dagegen ganz anders aus. Ich war mal wieder am Boden zerstört. Ich leide an einer sogenannten Ehesterilität Tubenpathologie. Auf gut Deutsch, ist einer meiner beiden Eileiter verschlossen und kann das befruchtete Ei nicht in die Gebärmutter lassen. Der andere ist durchlässig, aber leider habe ich 80% meiner Eisprünge rechts, sprich die Chance natürlich schwanger zu werden ist sehr gering und würde Jahrelange Zeit und Geduld kosten und die habe ich definitiv nicht mehr.
Ich fragte mich wieso ich dann schon schwanger wurde, wie kam das zustande. Kurz erklärt kommt das Sperma zu der Eizelle, befruchtet sie. Der Körper stößt HCG aus, die Eizelle kann sich aber nicht weiterentwickeln da sie sich im verschlossenen Eileiter befindet. Fazit: Sie wird vom Körper abgestoßen.


Man hat uns aufgrund der abwesenheit unserer Ärztin empfohlen, noch einen Kontrollzyklus unter Clomifen zu machen, in dem uns genau gesagt wird, wann wir Geschlechtsverkehr haben sollten und wann ich den Eisprung mit Ovitrelle auslöse um eine Befruchtung zu erzielen. Ich musste zwei mal zum US und wie erwartet hatte ich einen super Follikel, er saß rechts, im verschlossenen Eileiter! Super wieder bin ich in Tränen ausgebrochen, saß weinend auf dem Stuhl. Ich will dieses Gefühl nicht mehr.
Der vertretende Arzt versuchte mir Hoffnung zu machen, indem er mir Geschichten erzählte, wo eine natürliche Schwangerschaft trotz verschlossener Eileiter nach einer Hycosi eintrat und empfohl mir den Eisprung am Abend auszulösen und GV zu haben. Wenn das aber nicht funktioniere, alsbald eine IVF durchführen zu lassen. Ich war am Boden zerstört. Wie konnte das sein, warum ich? Wir versuchten es natürlich und ich warte nun auf meine Periode.

Wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter. Und wir werden es schaffen. Ich bin froh meinen Mann zu haben, an jedem dunklen Tag ist er da, er stützt mich wie er nur kann.

Mittlerweile weiß ich, dass ich damit nicht allein bin. Eine von sieben Frauen ist ungewollt kinderlos. Ein grausames Schicksal.

Wir haben anfang September 2021 und ich warte immer noch, 14 Tage können so unendlich lange sein.

Ein weiterer Termin in der Kinderwunschklinik steht an. Neues Spermiogramm und Blutuntersuchungen um dann zu entscheiden ob für uns eine IVF oder ICSI in Frage kommt.
Es wird eine IVF, dass Spermiogramm ist weiterhin super und meine Eizellqualität ebenso. Unsere Ärztin sieht einer künstlichen Befruchtung sehr positiv entgegen, da es ja lediglich „nur“ an dem verschlossenen Eileiter liegt und mein Körper grundsätzlich weiß, was er zu tun hat, wenn ihm befruchtete Eizellen zugeführt werden.
Wir wurden über alles aufgeklärt, wie es abläuft, was wann und wie im Zyklus durchgeführt wird. Für uns war natürlich auch die große Frage, was ist, wenn es Zwillinge gibt? Denn das ist bei einer künstlichen Befruchtung nicht untypisch. Wir führten viele Gespräche darüber und ich fragte meinen Mann, was ist denn, wenn es wirklich zwei gibt? Er antwortete nur „dann haben wir eben zwei Kinder mehr“ 🙂 Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn er mich mit seiner tollen Art von Humor aufbaut. Für uns war direkt klar, Zwillinge ja Drillinge nein. So entschlossen wir, dass wir uns direkt zwei Eizellen einsetzen lassen.
Wir bekamen eine Kosten- und Behandlungsplan den ich direkt von der Krankenkasse unterschrieben lies und an die Kiwu zurückschickte. Wir sind beide bei der BARMER und bekommen so 50% der Kosten erstattet. In den nächsten Tagen bekomme ich alle Rezepte von der Klinik und kann diese besorgen.
Ich bin glücklich und erleichtert, es scheint endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Wir schöpfen Hoffnung, Hoffnung darin, dass unser Traum wahr wird eins oder sogar zwei Wunder in Canada groß werden zu sehen.
(Für die die es interessiert, hier unser Auswanderungsblog, einfach ein wenig runter scrollen):

Aber jetzt heißt es warten, warten darauf, dass in ca. 12 Tagen der Start der ersten IVF beginnt.


Ich kann Euch sagen, dass waren lange 14 Tage, aber wir haben es geschafft. Pünktlich kam Sie und ich glaube ich habe mich im letzten Jahr lange nicht so über meine Periode gefreut wie an diesem Tag.
Nun geht es los, vom 18.09. bis 21.09 soll ich mir abends je 150 i.E Ovaleap spritzen. Wir sind gespannt, bekomme ich Nebenwirkungen… klappt alles so wie wir uns das wünschen…hoffentlich lande ich nicht mit einer Überstimulation im KH…Wie Ihr seht der langersehnte Tag steht bevor aber die Fragen werden nicht weniger 🙂

Und los gehts, wir haben den 18.09.2021, 20 Uhr Abends. Man was bin ich aufgeregt.
Gaaaanz nebenbei muss ich auch nochmal erwähnen, dass ich einen wunderbaren Mann habe, der einfach alles mit mir Durchsteht!

Manch einer mag uns für verrückt halten. Andere für mutig. Ein Teil wird denken, wie unnötig das sei. Ganz viele wiederum werden sich mit uns freuen. Gibt es denn einen passenden Moment um ein Kind zu zeugen?! Es gibt kein Perfekt, irgendwas ist immer! Perfekt war noch nie ausschlaggebend für irgendwas. Perfekt gewinnt nichts. Perfekt macht nicht glücklich. Perfekt ist einfach nur ein Wort in unserer Zeit. Ausgelutscht und völlig überbewertet. „Trau dich“, sagte mein Herz. „Vertraue deinem Herz“, sagte meine Freundin und „Wir schaffen das“, sagte meine Ärztin.

Es war halb so wild, ich sage Euch, ein Vorteil hat der kleine „Speckbauch“, denn dann merkt Frau nicht mal den Einstich 🙂
So geht es nun weiter bis Dienstagabend. Am Mittwoch ist dann das erste Follikel TV um zu schauen, was sich entwickelt hat, oder was eben auch nicht. Dann wird entschieden, ob wir die Dosis erhöhen oder niedriger dosieren müssen.
Hat alles geklappt und mein Unterleib funktioniert so wie unsere Gedanken, ist die Woche drauf PU und dann 5 Tage später der TF. Warum 5 Tage? Erkläre ich Euch kurz.
Wir haben uns für die Zusatzleistung des Blastozystentransfers entschieden. Eine Blastozyste ist ein 5/6 Tage alter Embryo mit einer komplexen Zellstruktur, die aus etwa 200 Zellen besteht. Das Blastozystenstadium ist das Entwicklungsstadium vor der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter der Mutter. Kurz erklärt ist eine Blasto länger im Reagenzglas „gezüchtet“ als der direkte Embryotransfer. Wenn es das Schicksal so möchte, dass sich mehr befruchten lassen, wie ich mir einsetzen lasse. Dann werden wir keine unserer Embryos wegwerfen, wir werden Sie einfrieren. Denn nur weil unsere Chacen gutstehen, heißt es nicht das es klappen muss. Und so spare ich mir im nächsten Zyklus die Hormone und eine Punktion. Denn ein Kryotransfer, kann auch in einem natürlichen Zyklus durchgeführt werden.

Bisher muss ich sagen, geht es mir gut. Ich spüre keine Nebenwirkungen außer das ich extrem müde bin und mein Bauch sich etwas aufgebläht anfühlt.
Wir sind sehr gespannt auf Mittwoch und werden Euch berichten.

22.09.2021

Ohhh und wie gut ich mich fühle…Diesen Start habe ich gebraucht. Ich glaube ich habe noch nie so erleichtert und befreit auf einem Gynäkologenstuhl gesessen! Wobei es war auch ein wenig absurd, obenrum mit Mundschutz und untenrum nackt. Aber hey, was tut man nicht alles?! Ich bin bereit alles zu tun, alles was nötig ist, um in 9 Monaten ein kleines Bündel voller Liebe im Arm halten zu dürfen! Und ich kann euch nicht genug danken, wie krass ihr mich unterstützt… danke für jedes Herzchen, jede virtuelle Umarmung und liebe Wort ❤️

Heute war es soweit mein erstes Follikel TV stand an. Ich war natürlich super aufgeregt.

Es lief aber alles super und meine extreme Aufregung, war natürlich völlig unbegründet. Im Wartezimmer angekommen, musste ich erstmal die ganzen Kekse leer futtern :-). Dann kam der Moment der Momente als ich aufgerufen wurde. Man Man Man was ging mir die Pumpe… Heute war ich beim Chef persönlich. Ein absolut cooler Typ Mann mit einem hervorragenden Humor. So viel gelacht in der doch etwas komischen Situation „Gynäkologen Stuhl“ habe ich noch nie! Gesichtet wurden ü10 Follikel mit einer Größe von 8-12mm und die GS ist super aufgebaut mit, ich glaube es waren 9mm.

Mir viel ein Stein vom Herzen, endlich klappt es, die Stimulation hat angeschlagen. Mein Mann fieberte von Zuhause mit, schrieb mir schon ob es mir gut geht, weil ich dann doch etwas länger drinnen war. Als ich Ihn aber zurückrief, merkte er sofort wie glücklich ich bin.
Ja wie es weiter geht? Ich muss ab heute für 4 Tage 175 Einheiten Spritzen und Sonntag dann wieder nur 150. Ab Morgen, Donnerstag muss ich zusätzlich den Eisprung unterdrücken. Am Montag geht es dann wieder zum US. Mittwoch ist dann die PU geplant und am Montag den 4.10 dann der TF. Was ein Glück, klappt das alles so, denn wer unseren Auswanderungs Blog liest, weiß, wir fliegen nach KAAAAANADAAA! Und zwar genau an dem WE nach dem TF.

Natürlich wurde mir ein ganzer Stapel „deutsche Bürokratie“ mit nach Hause gegeben. Ich wurde über die verschiedenen Zusatzleistungen aufgeklärt und soll dies mit Christian besprechen und dann am Montag beim nächsten Termin dann alles wieder mitbringen und natürlich wenn Fragen sind diese Stellen!

Was für uns klar ist, ist, dass wir die Zusatzleistung der Kryokonservierung in Anspruch nehmen. Es gibt noch das sogenannte Laser assistend hatching und die Spermienselektion. Aber da werden wir uns am WE in Ruhe Gedanken machen!

Ja ansonsten, gibt es nichts neues zu berichten, ich melde mich dann am Montag wieder bei Euch!

Bis dann Liebe Grüßchens
Sina mit Ihren ganzen Follikeln

25.09.2021 Sinnlos Post oder einfach mal die Gedanken frei machen

Es herrschen viele Vorurteile gegenüber der künstlichen Befruchtung und auch ich wurde schon mit einigen von diesen konfrontiert.Ich kann verstehen, wenn der Weg der künstlichen Befruchtung nicht für jeden etwas ist, weil er seinem Körper die Stimulation und alles was dazu gehört ersparen möchte, aber ich kann nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die Paare verurteilen, wenn sie den Weg der künstlichen Befruchtung gehen, weil sie sagen man würde „Gott spielen“, es sei „unnatürlich“ oder „es soll wohl so sein, wenn es nicht klappt“.Wieso sollte man sich nicht Hilfe suchen dürfen, wenn der Kinderwunsch auf natürlichem Weg nicht in Erfüllung geht? Muss man das einfach hinnehmen, weil der Rest unnatürlich ist und „von Gott nicht so gewollt“? Unfruchtbarkeit hat häufig medizinische Ursachen und wieso sollte ich mir dann von der Medizin keine Hilfe holen? Spielt man nicht bei jeder Krankheit Gott, die man von einem Arzt behandeln lässt? In der Natur ist das die „natürliche Auslese“ und man spricht von „survival of the fittest“, aber wir sind nicht im Tierreich und haben zum Glück die Möglichkeiten Krankheiten zu heilen und Paaren beim unerfüllten Kinderwunsch zu helfen. Also wieso sollte man die Hilfe nicht annehmen, wenn man das möchte?Ist die künstliche Befruchtung wirklich so künstlich? Entsteht hier wirklich ein Designerbaby im Reagenzglas bei dem ich mir Aussehen und Geschlecht aussuchen kann?Ein ganz klares NEIN! Auch bei einer künstl. Befruchtung kann die Befruchtung nicht erzwungen werden. Sie wird durch möglichst ideale Verhältnisse lediglich unterstützt und welche befruchtete Eizelle es am Ende schafft, entscheidet einzig und allein die Natur. Deshalb sprechen viele auch lieber von einer assistierten Befruchtung als von einer künstl. Befruchtung, denn künstlich klingt immer nach unnatürlich und unnatürlich klingt nach falsch, dabei werden die natürlichen Vorgänge einfach nur unterstützt und je nach Methode mehr oder weniger! ❓Wie seht ihr das❓

Kurz vorm ersten Ziel…

Heute am 27.09.2021 um es genau zu sagen, nach 10 Stimulationstagen, ist er gekommen, der letzte Spritzentag für unsere erste IVF. Um genau zu sein um 22:45, denn da spritze ich mir die ES Auslösespritze.

So wie es ausschaut, ist alles bereit für meine Eizellentnahme am Mittwochvormittag!!

Heute Morgen war mein letzter Kontrolltermin, bei dem es sich darum drehte, zu schauen ob die Follikel ordentlich gewachsen sind und ob die Gebärmutterschleimhaut passend zum Einnisten aufgebaut ist. Kurz gesagt, JA, alles bestens und die PU kann, wie geplant am Mittwoch stattfinden.

Auch hier wieder ein Danke an meinen Mann für seine Unterstützung.


Das muss ich Euch noch kurz erzählen; Da sich heute Morgen ein Arzt des KIWU Teams krankmeldete, hatten wir leider etwas mehr Wartezeit als sonst. Mit meinem Mann, wird auch das nicht langweilig. Er schafft es ein ganzes Wartezimmer zum lachen zu bringen, indem er mir erklärt, dass er ja handwerklich sehr begabt sei und eine Eizellentnahme mit, er nannte es, ein „Do it yourself Kit“, auch von Ihm durchzuführen ginge…Und ob er nicht mal seine Hilfe da anbieten solle…Ich musste nachdem alle anfingen zu grunzen vor lachen natürlich auch lachen und erfreue mich immer wieder aufs Neue an diesem Humor. Nur war das nicht alles, angekommen im Zimmer wo der „Stuhl“ steht und der tolle Spruch „machen Sie sich bitte frei“ kommt, sagte mein Mann ganz trocken und nicht leise, „Ach das kenn ich doch, ist ja wie bei den Muttersauen früher“… Ich kann Euch sagen, es wird mit Ihm nicht langweilig und die die Ihn kennen, ja die kennen Ihn 😊

Nun sind wir mal alle ganz entspannt und freuen uns auf Mittwoch.

Hat die PU am Mittwoch dann stattgefunden, beginnt das warten und bangen, wie viele Eizellen sich befruchten lassen und noch wichtiger, welche und wie viele sich bis Montag (Transfertag) dann auch zu Blastozysten weiterentwickeln. Es bleibt spannend, wir sind absolut positiv.


Viele Fragen mich, was ist, wenn es nicht klappt? Klar bin ich bzw. sind wir uns bewusst, dass auch eine künstliche Befruchtung keine Garantie ist, dass es klappt aber wieso sollten wir so negativ an die Sache rangehen? Wir wissen sicher, es klappt, wenn nicht beim ersten Versuch, dann halt beim zweiten oder gar dritten. Ich bin mir sicher, dass mein Herz noch oft still steht vor Furcht oder rast vor Glück. Das ich zwischen Hoffnung, Angst und Freude stehe. Man geht diesen Weg nicht halbherzig, er geht auch nicht spurlos an einem vorbei. Dieser Weg bedeutet uns alles. Und ist es negativ, dann ist es zwar anders, man muss realisieren, umdenken und loslassen um dann wieder bereit zu sein erneut zu starten. Und genau das werden wir sein, denn zusammen sind wir unheimlich stark!

Bis dann meine liebsten!

Sina